Kapitel 7 von 7:
Job Hugging: Wenn Mitarbeitende auf der Stelle treten – und wie die HR-Abteilung Entwicklungsmöglichkeiten schafft
Wissen Sie, ob Ihre Mitarbeitenden dazu neigen, sich an ihren Arbeitsplatz zu klammern? Und wenn ja, was kann die Personalabteilung tun, um zu verhindern, dass dieser Trend zu mangelndem Engagement oder Demotivation führt? Hier erfahren Sie es.
Beruf, Alltag, sich wandelnde Zeiten – die Grenze zwischen Beruf und Privatleben ist nicht mehr so klar wie früher, und das Weltgeschehen beeinflusst die Zukunftsaussichten Ihrer Mitarbeitenden stark, auch in Bezug auf die Arbeit.
In diesem letzten Kapitel der Reihe widmen wir uns einem Trend, neuen Schlagworten und Verhaltensweisen, die vielleicht auch in Ihrem Büro Einzug gehalten haben: Job Hugging.
Auf den ersten Blick mag der Begriff positiv klingen, doch in diesem Fall bedeutet er genau das Gegenteil. Wie die Personalabteilung dafür sorgen kann, dass die Mitarbeiterentwicklung in eine positivere Richtung geht und das Festhalten an alten Arbeitsplätzen minimiert wird, erfahren Sie hier.
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Aktuell lesen Sie:
Kapitel 7 – Job Hugging: Wie die HR-Abteilung Entwicklungsmöglichkeiten schafft
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Was ist Job Hugging?
Das Festhalten am Arbeitsplatz (das Festhalten an seinem Job) ist ein Phänomen, das vor allem auf dem amerikanischen Arbeitsmarkt diskutiert wurde. Der Begriff bezieht sich auf Situationen, in denen Mitarbeitende in ihren derzeitigen Positionen verbleiben — selbst wenn die Motivation oder die Entwicklungsmöglichkeiten nachlassen – weil die Unsicherheit hinsichtlich der Wirtschaft, des Arbeitsmarktes oder der globalen Lage ihnen das Gefühl gibt, dass es sicherer ist, dort zu bleiben, wo sie sind.
Vielleicht glauben Sie, dass dieser Trend Ihren Arbeitsplatz noch nicht erreicht hat. Analysen deuten jedoch darauf hin, dass das Festhalten am Arbeitsplatz im Jahr 2026 zu einem zunehmenden Trend werden könnte. Deshalb ist es vielleicht eine gute Idee, wenn die Personalabteilung schon jetzt auf die Anzeichen achtet – und aktiv an der Mitarbeiterentwicklung arbeitet, bevor Stagnation zum Alltag wird.
Personalabteilungen verfügen bereits über eine Reihe von Instrumenten, sodass es nicht nötig ist, das Rad neu zu erfinden, um das Problem anzugehen. Es geht vielmehr darum, die richtigen Instrumente auszuwählen – und sie zum richtigen Zeitpunkt einzusetzen.
INHALT
Was ist Job Hugging?
Warum kommt es zu Job Hugging?
Wie kann die Personalabteilung Anzeichen für Job Hugging erkennen?
An wen kann man sich wenden, wenn es zu Job Hugging kommt?
4 nützliche Tipps für die Personalabteilung im Umgang mit Job Hugging
Welche Systeme sollte die Personalabteilung einsetzen, um Job Hugging zu vermeiden?
FAQ: Was ist Job Hugging?
Warum kommt es zu Job Hugging?
Das Festhalten am Arbeitsplatz geschieht selten ohne einen bestimmten Grund. Es gibt mehrere mögliche Ursachen; hier sind zwei Beispiele.
Ein mögliches Szenario ist beispielsweise ein Mitarbeitende, der seine Aufgaben zwar im Allgemeinen gut bewältigt, sich aber beruflich nicht mehr gefordert fühlt. Seine Aufgaben sind zur Routine geworden, und es gibt möglicherweise keinen klaren Karriereweg innerhalb des Unternehmens. Mit der Zeit kann die Motivation nachlassen, ohne dass der Mitarbeitende unbedingt den Schritt in Richtung einer neuen Herausforderung wagt.
Laut dem Gallup State of the Global Workplace Report, zeigen viele Mitarbeitende ein geringeres Engagement am Arbeitsplatz, was häufig mit einem Mangel an Entwicklungsmöglichkeiten zusammenhängt.
Ein weiteres Szenario könnte ein Mitarbeitender sein, der eigentlich bereit für neue Herausforderungen ist, sich aber aufgrund der allgemeinen Unsicherheit dafür entscheidet, in seiner derzeitigen Position zu bleiben.
Wirtschaftliche Rahmenbedingungen, Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt oder eine unvorhersehbare globale Lage können dazu führen, dass es attraktiver erscheint, in einer vertrauten Position zu bleiben, anstatt einen Karrieresprung zu wagen. Trends auf dem Arbeitsmarkt zeigen zudem, dass heute immer mehr Arbeitnehmer Stabilität gegenüber häufigen Jobwechseln den Vorzug geben — ein Phänomen, das oft als „The Big Stay“ bezeichnet wird.
Dafür kann es viele Gründe geben. Wie kann die Personalabteilung also jemanden erkennen, der sich an seinen Job klammert?
Wie kann die Personalabteilung Anzeichen für Job Hugging erkennen?
Die Anzeichen können von Mitarbeitenden zu Mitarbeitenden variieren – so ist es nun mal, wenn wir alle unterschiedlich sind, und das ist auch gut so! Das macht es vielleicht etwas schwieriger, Anzeichen für Job Hugging zu erkennen, aber dennoch können wir einige Merkmale zusammenfassen, auf die du achten solltest.
Mangelnde Entwicklung in der Rolle
Ein deutliches Anzeichen können Mitarbeitende sein, die seit längerer Zeit dieselben Aufgaben haben, ohne dass ihnen neue Zuständigkeiten übertragen wurden oder sie sich weiterentwickeln konnten. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass sich der Mitarbeitende unwohl fühlt, aber wenn die Entwicklung über einen längeren Zeitraum stagniert, kann dies ein Zeichen dafür sein, dass die Motivation nachlässt oder dass der Mitarbeitende keinen natürlichen Weg für seine weitere Entwicklung innerhalb des Unternehmens sieht.
Geringeres Engagement bei neuen Initiativen
Ein weiteres Anzeichen kann sein, dass sich der Mitarbeitende weniger für neue Projekte, Weiterbildungsmöglichkeiten oder interne Initiativen engagiert. Wenn das Interesse an Weiterentwicklung nachlässt, kann dies ein Hinweis darauf sein, dass der Mitarbeitende in seiner derzeitigen Rolle eine Art Komfortzone gefunden hat. Geringeres Engagement hängt oft mit dem Gefühl zusammen, dass es an Weiterentwicklung oder Sinnhaftigkeit in der Arbeit mangelt.
Verändertes Verhalten
Ein weiteres Anzeichen können Veränderungen im Verhalten oder in der Stimmung des Mitarbeitenden im Arbeitsalltag sein. Wenn sich ein Mitarbeitender über einen längeren Zeitraum in seiner Rolle festgefahren fühlt, kann dies zu Frustration oder Stress führen, was sich wiederum auf die Dynamik im Team auswirken kann. Das kann sich beispielsweise in einer geringeren Energie bei der Zusammenarbeit oder einer negativeren Stimmung im Alltag äußern.
An wen kann man sich wenden, wenn es zu Job Hugging kommt?
Als Mitarbeiter kann es schwierig sein, offen über Job Hugging zu sprechen. Ist es falsch, in einem Job zu bleiben, weil er einem Sicherheit gibt? Oder läuft man Gefahr, anders angesehen zu werden, wenn man laut sagt, dass die Motivation vielleicht nicht mehr dieselbe ist wie früher? In manchen Fällen ist sich der Mitarbeitende vielleicht selbst nicht bewusst, dass er oder sie in eine Situation geraten ist, in der die Entwicklung ins Stocken geraten ist.
Der direkte Vorgesetzte, der Koordinator oder eine andere Vertrauensperson in der Organisation kann daher ein naheliegender Ausgangspunkt für den Dialog sein. Der Vorgesetzte hat in der Regel den besten Einblick in die tägliche Arbeit des Mitarbeitenden und kann daher auch als Erster Veränderungen hinsichtlich Engagement, Wohlbefinden oder Entwicklung feststellen. Dies setzt jedoch voraus, dass die Führungsebene auf den Trend aufmerksam ist und sich Gedanken darüber gemacht hat, wie damit umgegangen werden soll.
Hier kann die Personalabteilung als wichtiger Ansprechpartner fungieren. Die Personalabteilung kann sowohl Führungskräfte als auch Mitarbeitende unterstützen, indem sie Strukturen für Entwicklungsgespräche, Karrieredialoge und die Nachverfolgung des Wohlbefindens schafft. Auf diese Weise kann Job Hugging zu einem Ausgangspunkt für Dialog und Entwicklung werden – anstatt zu einer Situation, in der der Mitarbeitende nach und nach die Motivation verliert.
4 nützliche Tipps für die Personalabteilung im Umgang mit Job Hugging
1. Informieren Sie sich rechtzeitig und planen Sie im Voraus
Überlegen Sie sich schon jetzt, wie Ihr Unternehmen mit Job Hugging umgehen wird, falls dieser Trend auftritt. Ein klarer Ansatz erleichtert es sowohl Führungskräften als auch Mitarbeitenden, den Dialog zu suchen. Sollten Umfragen durchgeführt werden, oder reicht Kommunikation aus?
2. Machen Sie auf den Begriff aufmerksam
Sprechen Sie offen über Job-Hugging in Ihrem Unternehmen. Das bedeutet nicht unbedingt, dass dieses Problem bei Ihnen auftritt – aber es kann den Mitarbeitenden helfen, die Anzeichen zu erkennen und zu verstehen, wie sie darauf reagieren können.
3. Schaffe klare Kommunikationswege
Stellen Sie sicher, dass die Mitarbeitenden wissen, an wen sie sich wenden können, wenn sie in ihrer Rolle Stagnation oder mangelnde Motivation verspüren. Das kann der Vorgesetzte, die Personalabteilung oder eine andere Vertrauensperson sein.
4. Seien Sie flexibel in Ihrer Herangehensweise
Ein Plan ist wichtig – aber jede Situation ist anders. Seien Sie daher offen und bereit, das Gespräch und die Lösung an die Situation des einzelnen Mitarbeitenden anzupassen.
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Welche Systeme sollte die Personalabteilung einsetzen, um Job Hugging zu vermeiden?
Ein System ist zwar nicht die Lösung für das Problem der Job Hugging, kann aber dazu beitragen, eine Lösung zu finden. Wenn wir von den vier Ratschlägen aus dem vorangegangenen Abschnitt ausgehen, lassen sich die meisten davon mit einem System kombinieren, das die Kommunikation übernimmt.
Die Personalabteilung kann beispielsweise HR-ON Staff nutzen, um eine Umfrage zum Thema Job Hugging zu erstellen. Die Umfrage kann in Abstimmung mit dem Unternehmen gestaltet werden; derzeit werden Fragen ausgearbeitet und Videos oder Dokumente hinzugefügt, die erklären, worum es bei diesem Trend geht und was man als Mitarbeitender des Unternehmens tun kann.
Sie erhalten also die Daten, aber damit ist es noch nicht getan. Zahlen können nicht dasselbe vermitteln wie ein Gespräch mit einem Mitarbeitenden – und eine noch bessere Kombination ist eine Mischung aus beidem. Wenn Daten aus Engagement-Messungen mit Mitarbeitergesprächen und Entwicklungsgesprächen kombiniert werden, lässt sich leichter erkennen, an welchen Stellen in der Organisation möglicherweise Anpassungen erforderlich sind.
Das ist nur eine von vielen Möglichkeiten – der erste Schritt besteht darin, den Trend zum Job Hugging im Unternehmen zu untersuchen, bevor die Personalabteilung Maßnahmen ergreifen kann. Staff kann der Personalabteilung dabei helfen. Mehr darüber erfahren Sie, wenn Sie eine Demo buchen, oder Sie können Ihren Preis mit dem Preisrechner berechnen.
Und damit ist die gesamte Reihe nun abgeschlossen.
FAQ: Was ist Job Hugging?
Was ist Job Hugging?
Job Hugging ist ein Begriff, der Mitarbeitende beschreibt, die in ihrem derzeitigen Job bleiben, obwohl sie vielleicht nicht voll engagiert oder motiviert sind. Sie „halten an ihrem Job fest“, weil sie Wert auf Stabilität und Sicherheit legen oder Unsicherheit hinsichtlich neuer Möglichkeiten empfinden.
Warum kommt es zu Job Hugging?
Job Hugging tritt häufig in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit oder einer unsicheren Arbeitsmarktsituation auf. Mitarbeitende entscheiden sich dafür, in ihrer Position zu bleiben, weil sie Arbeitsplatzsicherheit einem Jobwechsel vorziehen.
Wie wirkt sich Job Hugging auf Unternehmen aus?
Job Hugging kann zu geringerem Engagement, weniger Innovation und geringerer Mitarbeiterzufriedenheit führen. Für Unternehmen kann es daher wichtig sein, aktiv an Wohlbefinden, Entwicklung und Motivation zu arbeiten, um engagierte Mitarbeitende zu halten.
Wie kann die Personalabteilung dazu beitragen, Job Hugging zu verhindern?
Personalabteilungen können Job Hugging vorbeugen, indem sie sich auf die Mitarbeiterentwicklung, klare Karrierewege, einen kontinuierlichen Dialog und eine starke Einarbeitungs- und Entwicklungskultur konzentrieren, in der sich die Mitarbeitenden motiviert und geschätzt fühlen.
Wie kann HR-ON Staff dabei helfen, mit Job Hugging umzugehen?
Mit HR-ON Staff können Unternehmen durch Onboarding, Entwicklungspläne und einen kontinuierlichen Dialog strukturierter an der Mitarbeitererfahrung arbeiten. Dies verschafft der Personalabteilung und den Führungskräften einen besseren Einblick in das Engagement und das Wohlbefinden der Mitarbeitenden, sodass sie frühzeitig reagieren und die Motivation der Mitarbeitenden stärken können.